Geschichte der Pfarrkirche

Die Kirche St. Veit wird bereits 1163 als Mittelpunkt der Pfarre Pöllau urkundlich genannt. Große Förderung der Pöllauer Pfarrherren erfährt im Spätmittelalter die Wallfahrt auf den Pöllauer Samstagberg (=Pöllauberg), wo zwischen 1340 und 1375 die prächtigste zweischiffige Hallenkirche des Landes entsteht.

1459 verkaufen die Stubenberger Burg und Herrschaft Pöllau an Heinrich von Neuberg, dessen Sohn Hans will 1482 testamentarisch das Vermögen zur Gründung eines Augustiner-Chorherrenstiftes vermachen, die Ungarnkriege vereiteln dies aber vorerst.

Gräfin Elisabeth von Pösing-St. Georgen testamentiert nochmals die Gründung des Stiftes, diesmal mit Erfolg. Im Jahre 1504 zieht der Vorauer Chorherr Ulrich von Trautmannsdorf als erster Propst in Pöllau in die alte Burg ein, die bis Ende des 17. Jhdts. als Stiftsgebäude dient.

Das heute noch prägende Aussehen für Stift und Kirche erhält das Gebäude durch den unter den Pröpsten Michael Maister (1669-1696) und Johann Ernst von  Ortenhofen (1697-1743).  Michael Maister förderte das Maltalent eines jungen Knaben, Mathias von Görz, und ermöglichte diesem eine gediegene Ausbildung bei Mathias Echter und anschließende Studienreisen. Das bedeutende Ergebnis ist die gesamte malerische Ausgestaltung der Pöllauer Stiftskirche, ein Höhepunkt der österreichischen Kirchenmalerei des frühen 18. Jahrhunderts.

Bereits 1785 wird das Chorherrenstift aufgehoben und das Stiftsvermögen in eine Staatsherrschft umgewandelt. 1938 gelangt das Stift in den Besitz der Marktgemeinde Pöllau.

Eine Besonderheit im steirischen Raum ist die Ausschmückung des Lang- und Querhauses, in wesentlichen Zügen der Konzeption von Sciassia folgend und nur in der Giebelgestaltung der Fensterrahmen vom ersten Plan abweichend. Joachim Carlone verwendete sie detailgetreu bereits 1692 beim Bau des Minoritensaales von Graz.An der Westfassade erscheint lediglich das klein wirkende Giebelgeschoß fertig gestaltet zu sein. Auf zwei kleinen Pilastern, die ein Ovalfenster begrenzen, befindet sich ein Segmentgiebel, zu dem die Aufschwünge zweier Voluten führen. Alles andere in diesem Fassadenbereich blieb Stückwerk.Von den beiden geplanten Türmen wurde nur einer vollendet. Die Westfassade mit dem Hauptportal blieb hier als Torso unvollendet. Der Turm besteht aus hohen quadratischen Untergeschoßen und einer achteckigen Glockenstube mit einem flachen Laternenhelm. Diese an gotische Turmformen erinnernde Gestalt war schon in der ersten Planungsphase vorgesehen und wurde später zu einem Vorbild für fast alle bis 1750 erbauten Glockentürme ähnlichen Ausmaßes in der Oststeiermark.



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