Der Innenraum der Kirche

Die Grundkonzeption verrät die Übernahme römischer Bauideen, wie sie nördlich der Alpen bereits im 1628 vollendeten Salzburger Dom deutlich werden: die Verbindung eines tonnengewölbten Langhauses mit einem zentralen Dreikonchenchor, überragt von einer Vierungskuppel.

Das Langhaus folgt nicht dem heimischen Typus der Wandpfeilerkirche, sondern hält an der Seitenwand mit durchlaufendem Abschlußgesims fest, worüber sich eine gurtenlose Tonne wölbt. Zu beiden Seiten sind drei Seitenkapellen mit darüberliegenden Emporen. 

An das Langhaus schliesst sich im Osten die durch eine Kuppel überhöhte Vierung. Kleeblattförmig gehen von ihr drei im Halbrund schließende Schiffsarme aus, der öatliche bildet den Chorraum der Kirche mit dem Hauptaltar. Die in zwei Geschoßen eingebauten Fensterreichen sowie der achtfenstrige Kuppeltambour ermöglichen eine Lichtfülle, die den Dreikonchenraum trotz des ebenso reich belichteten Langhauses in barocker Steigerung wirken läßt.

Völlig neu gegenüber den schwer stuckeirten Räumen des 17. Jh.s wirkt das Innere der Pöllauer Kirche durch die hier erreichte Farbigkeit, die in den bedeutenden Fresken eine letzte Steigerung findet und damit in Konzeption und Wirkung weit über die malerische Ausgestaltung der Stiftskirche von Vorau hinausgeht, wenngleich dort der Eindruck durch die reichhaltige bildhauerische Arbeit in dieser Hinsicht wesentlich verstärkt erscheint.

Deckengemälde im Langhaus

Die Langhaustonne ist ohne besondere Untergliederung zu einem Gesamtkunstwerk geworden. Zentrales Thema ist die Verehrung des apokalyptischen Lammes durch Engel sowie Heilige des Alten und Neuen Bundes.

Die Kanzel

Die um 1775 entstandene prächtige Kanzel wird Jakob Peyer zugeschrieben und steht in Aufbau und Schmuck jenen zu Straßgang und Weizberg sehr nahe. Die Korpusfiguren sind Allegorien von Glaube, Hoffnung, Liebe und Standhaftigkeit.

Vierung und Kuppel

Von akusteschem Interesse ist das neunmalig Echo der Kuppel. Über den Scheiteln der vier Scheidbögen sind vier Wappenbilder angebracht: das österreichische Wappen, ein Wappen für Propst Johann Ernst Ortenhofen, den Bauherrn, das Wappen der beiden Brüder Wertelsberg, die durch ihren Eintritt ein großes Vermögen zum Kirchenbau mitbrachten und das Wappen des Stiftes.

In den Kuppelpendentifs sindi die vier Evangelisten dargestellt. Im Kuppeltambour sind zwischen den Fenstern die Allegorien der Kardinaltugenden abgebildet. In der Kuppel selbst ist eine Vielzahl von Engeln in konzentrischen Kreisen abgebildet, in der Kuppellaterne schließlich vollendet sich alles Geschehen im Anblick der Hl. Dreifaltigkeit. Hier sind Engel und Wolken teilweise in Stuck gearbeitet, um die räumliche Wirkung zu erhöhen.

Der Hochaltar

Das ursprüngliche Altarbild von Görz aus dem Jahr 1715 ist zwar noch vorhanden, aber durch das jetzige Bild von Mölckh aus dem Jahr 1779 verdeckt. Der hl. Veit (Vitus) wird eben in den Kessel mit siedendem Wasser geworfen, mit verklärtem Blick sieht er dem Martyrium entgegen. Rechts davon stehen die Gefährten Modestus und Kreszentia in Ketten von Soldaten bewacht, rechts der Vater Veits, Hilias, wie er gerade Götzenopfer darbringt und Veit davon abbringen will, sich zum Glauben zu bekennen.



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