Sich an die Auf
erstehung herantasten

Alfred Jokesch

Alfred Jokesch


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BIBEL UND LEBEN

Der Apostel Thomas macht es sich nicht leicht. Er gibt sich nicht zufrieden mit einem Glauben, der nur vom Hörensagen gestützt ist, von dem, was ihm die anderen erzählen. Dazu ist ihm die Auferstehung zu wichtig. Thomas will sie am eigenen Leib erfahren, er will selbst dem Auferstandenen begegnen und mit ihm in Berührung kommen. Er muss sich erst langsam an das Wunder der Auferstehung herantasten.

So wie ihm geht es auch heute vielen. Die Haltung des Thomas entspricht gut der Mentalität des modernen Menschen. Wir sind es gewohnt, alles kritisch zu prüfen und zu hinterfragen. Wir wollen nicht mit blinder Naivität schlucken, was andere uns vorkauen. Man sagt zwar: Glaube kommt vom Hören. Doch das Hören und Lesen reicht nicht immer aus. Ein tragfähiger, sich in das Leben einprägender Glaube braucht auch die eigene Erfahrung, die persönliche Berührung mit Jesus. Der Weg dorthin ist oft ein mühsames Tasten.

Dass dies legitim ist, zeigt Jesus in der Begegnung mit Thomas. Der Auferstandene lässt ihn nicht lange im Dunkeln tappen. Er rügt Thomas auch nicht wegen seiner Zweifel, sondern ermutigt ihn zu der Berührung, nach der sich der Jünger sehnt, und streckt seine Hände nach ihm aus. Allein der Wunsch, glauben zu können, und die Sehnsucht, ihn zu berühren, reicht schon aus.

In der gleichen Weise kommt Jesus auf uns zu und ermöglicht allen, die sich – und sei es noch so unbeholfen – an den Glauben herantasten, die Berührung mit ihm. So können wir Auferstehung erspüren und erfahren.

 



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